Karriere-Veranstaltungen


Gemeinsam veranstalten die FAU und der Alumni Technische Fakultät Erlangen e.V. (ATE) in Kooperation mit dem Bereich Studienservice & Alumni der Technischen Fakultät seit 2011 jährlich einen Karrieretreff an der Technischen Fakultät. Unter dem Motto "Studierende fragen - Alumni antworten" berichten beruflich erfolgreiche Ehemalige vor jeweils bis zu 100 studentischen Teilnehmern über ihren Werdegang und stehen für Fragen rund um den Berufseinstieg und die weitere berufliche Entwicklung zur Verfügung.

Der Karrieretreff 2015 fand am 19. Januar im K1-119 BROSE-Saal zum Thema "Medizintechnik"statt. (Text: Sindy Strauß, Master-Studium Medizintechnik)
Auswahl zurückliegender Karrieretreffs: KT "Management" (16.01.2012, mit Bericht) | KT "Automobilbranche" (20.01.2014). Veranstaltungen aus der Reihe "Karrieretreff" werden auch an anderen Fakultäten durchgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Webseiten der FAU.

Steile Karriere als Werkstoffwissenschaftler bei Siemens Healthcare

Dr.-Ing. Peter Hackenschmied | Vorstandsmitglied ATE
Siemens AG | Healthcare Sector | VP BU Computed Tomography | Forchheim


Nach einer kurzen Vorstellung der vier Referenten sowie der Organisatoren Sandra Schmidt (FAU, M1 Marketing, Alumni), Susanne Winkelmaier (FAU, Career Service) und Daniel Miribung (Technische Fakultät, Studienservice und Alumni) begann Dr.-Ing. Peter Hackenschmied, Vorstandsmitglied des ATE und mittlerweile Vice President der Business Unit Computed Tomography bei Siemens Healthcare in Forchheim, den Studierenden von seiner beruflichen Laufbahn zu berichten. Ohne vorbereitete PowerPoint Präsentation erzählte er völlig frei und offen von seinem beruflichen Werdegang und gab Tipps zur Karriereplanung. Dr.-Ing. Peter Hackenschmied hatte ursprünglich Werkstoffwissenschaften an der FAU studiert und promovierte anschließend in Zusammenarbeit mit der Siemens AG auf dem medizintechnischen Gebiet der digitalen Röntgendiagnostik. Auch wenn er vorher eigentlich nie zu diesem „Beamtenverein“, wie er Siemens selbst früher bezeichnet hat, gehen wollte, hatte er das Unternehmen während seiner Promotion besser kennen und schätzen gelernt und dem darauffolgenden interessanten Jobangebot gerne zugesagt. Durch stetige Weiterentwicklung folgte irgendwann auf die Arbeit im Entwicklungsprojekt die Aufgabe des Integrationsmanagers für eine aufgekaufte Firma in Japan. Heute leitet Dr.-Ing. Peter Hackenschmied das Detektorzentrum (Entwicklung und Produktion) und führt als Vice President der CT weltweit ca. 300 Mitarbeiter. Den Studierenden legt er nahe, sich frühzeitig gefestigte Englischkenntnisse anzueignen und sich auch im privaten Bereich zu engagieren und dort Verantwortung zu übernehmen, um die eigene soziale Kompetenz zu erweitern. Egal ob in Jugendarbeit, Politik, Sportverein, oder Kirche: Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke lassen sich dort bereits ideal trainieren.


Die Leidenschaft in den Mittelpunkt stellen
Dr.-Ing. Kurt Höller, MBA | Vorstandsmitglied ATE
Zentralinstitut für Medizintechnik (ZiMT) | Geschäftsführer | Erlangen


Mit der Treppe aus seinem Klosterinternat als Sinnbild seines Karriereweges hat Dr.-Ing Kurt Höller seine Präsentation begonnen. Er wollte ursprünglich Elektrotechnik studieren. Wo, das war ihm eigentlich egal, Hauptsache gemeinsam mit einem damaligen Schulfreund und nachdem dieser sich im Fach Medizin seinen Studienplatz nicht aussuchen konnte, waren die beiden letztendlich in Erlangen gelandet. Heute sagt er selbst: Franken sei sogar noch schöner als München :-) Die Diplomarbeit hatte er damals in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut geschrieben und auch an der John Hopkins University in Baltimore ist er gewesen. Dr.-Ing. Kurt Höller legt den Studierenden nahe, so früh wie möglich Auslandserfahrung größer zwei Monate zu sammeln und sich zu engagieren. Man solle seine Leidenschaft in den Mittelpunkt stellen, „der Rest ergibt sich dann schon“. Dr.-Ing. Kurt Höller stellt dafür wohl eines der besten Beispiele dar. Obwohl Informatik gar nicht seine Studienrichtung war, ließ er sich von Prof. Hornegger dafür begeistern, zu einer Prüfung überreden und nahm letztendlich auch das Promotionsangebot bei ihm an. Mit der Arbeit zum Thema „Novel Techniques for Spatial Orientation in Natural Orifice Translumenal Endoscopic Surgery (NOTES)“ war der Grundstein für die Medizintechnik gelegt und heute ist Dr.-Ing Kurt Höller einer von acht Medizintechnik-Botschaftern der weltweiten Themenkampagne „Research in Germany -Land of Ideas“ des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Seit 2009 ist Dr. Höller Geschäftsführer des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZiMT), hat berufsbegleitend seinen Master of Business Administration (MBA) für Unternehmensgründung, -führung und -nachfolge absolviert, ist seit 2013 Geschäftsführer (CEO) und Mitgesellschafter der CiNNAMED GmbH und unterstützt aktiv Startups im Medical Valley. Nebenbei ist er hier selbstverständlich auch aus der Politik bekannt und meint, dies wäre für die Studierenden ein guter Bereich um sich zu engagieren, sofern es natürlich dem persönlichen Interesse entspricht. Auf die studentischen Nachfragen, was man aus dem Studium konkret im Beruf anwenden kann und wie man als Medizintechnikstudent am besten sein Studienfach präsentiert, erklärte Dr.-Ing. Kurt Höller, dass man betonen solle, eine Ingenieurswissenschaft studiert zu haben („das ist einer der großen Unterschiede zwischen euch und den restlichen Medizintechnikstudenten bundesweit“) und die Interdisziplinarität herausstellen sollte. Im Studium lerne man, Wissen einzuordnen, konkrete Dinge kämen im Beruf dann ohnehin nochmal – das Lernen hört nicht auf.


„Karriere kostet Zeit – deshalb muss es auch Spaß machen!“
Dr. Jörg Peter Ströbel
EFFORMA CONCEPTS GMBH & CO. KG | Gründer und geschäftsführender Gesellschafter | Nürnberg


Auch Dr. Jörg Peter Ströbel, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der EFFORMA CONCEPTS GMBH & CO. KG betonte mehrfach, dass er sich nicht mit seinem Vorredner abgesprochen hatte, aber auch er ganz klar die Meinung vertrete, dass der Spaß ein ganz wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Karriere ist. Die Studierenden sollten ihre Projekte und Karriereschritte planen, aber auch den Mut haben, diese Pläne anzupassen. Man solle sich trauen Neuland zu erkunden – das könne natürlich auch schiefgehen, „aber wenn es funktioniert, ist es genial!“. Und immer nachfragen! Schlimmstenfalls komme ein „Nein“. Auch Dr. Ströbel betonte, dass Netzwerken und Teamfähigkeit wichtig seien, denn Einzelkämpfer sind chancenlos. Dabei sollte man darauf achten, wer zu einem passt und sein Team durchaus auch selektiv auswählen. Und nicht zu vergessen: stetiges Weiterbilden und Engagement neben der beruflichen Karriere („muss nicht unbedingt immer zeitaufwändig sein“). Dr. Jörg Peter Ströbel selbst ist auch ehemaliger FAU-Student. Er hat in Erlangen Physik studiert und auch seine Promotion an der FAU absolviert. Danach hatte er eine PostDoc-Stelle beim IBM Forschungslaboratorium Rüschlikon inne – eigentlich der „Jackpot“, bedenkt man, dass zwei Forschungsgruppen dieses Forschungslaboratoriums 1986 und 1987 mit Physik-Nobelpreisen geehrt wurden. Nach einigen Zwischenstationen, beispielsweise bei der Biotronik GmbH und der Ziehm Imaging GmbH, bei welcher Dr. Ströbel als geschäftsführender Gesellschafter tätig war, ist er heute Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der EFORMA CONCEPTS GMBH & CO. KG und befasst sich hauptsächlich mit der Identifizierung, Umsetzung und dann auch Vermarktung origineller Ideen. Den „Gap“ zwischen technologischen Möglichkeiten und der Umsetzung im wirtschaftlichen Umfeld in der Medizintechnik beschreibt er als wahnsinnig spannende und hoch komplexe Schnittstelle.





„Nicht aufgeben!“

Stephanie Zuger, M. Sc.
Siemens AG | Healthcare Sector | Regulatory Affairs Managerin | Erlangen


Als letzte der vier Referenten gab Stephanie Zuger von der Siemens AG Einblicke in ihren Karrierepfad und versuchte die Studenten zu ermutigen. Nach einem Praktikum bei der Roche GmbH und dem Verfassen der Masterarbeit in Kooperation mit der Bayer AG in Leverkusen, schloss sie Ende 2013 ihr Life Science Engineering Studium an der FAU ab und war damit noch nicht allzu weit entfernt von den Studenten. Ganz ehrlich gab Frau Zuger zu, dass eine lange Bewerbungsphase irgendwann nicht mehr spaßig ist und man dabei viel über sich selber lernt. Sie riet, sich frühzeitig um gute Englischkenntnisse und Auslandserfahrung zu kümmern, durch Praktika, Werkstudententätigkeiten oder ähnliches in interessante Firmen reinzuschauen und vor allem das Thema Netzwerken nicht zu unterschätzen. Sie selbst hatte nach einer Absage auf ein ihrer Meinung nach super verlaufenes Bewerbungsgespräch auch direkt den Kontakt über Xing gesucht, um herauszufinden, woran es gescheitert war. Das Feedback war sehr positiv („Besser hätten Sie es eigentlich nicht machen können“), aber leider gab es einen zweiten Mitbewerber mit Berufserfahrung. „Tja, dagegen kann man nichts machen, die meisten Firmen stellen doch lieber Berufserfahrene als Absolventen ein“, so Frau Zuger. Letztendlich ergab sich in einer Nachbarabteilung eine Stelle und Stephanie Zuger wurde angesprochen und arbeitet heute als Regulatory Affairs Managerin bei der Siemens AG in Erlangen. Auch wenn Sie von den Studieninhalten aktuell nicht so viel direkt anwenden kann („Die beste Vorbereitung auf das Berufsleben war eigentlich der Projektierungskurs und die Vielseitigkeit des Studiums“), macht ihr die Arbeit richtig Spaß.




Im Anschluss an die informativen Vorträge und Beantwortung der studentischen Fragen, gab es für ATE-Mitglieder noch die Möglichkeit, an einem gemeinsamen Abendessen mit den Referenten teilzunehmen. So ging es dann gegen 20:00 Uhr vom K1 (Brose Saal) in die nahe gelegene Kantine des Fraunhofer Institutes, wo man bei einem lecker servierten 3-Gänge-Menü und netten Gesprächen den Abend ausklingen ließ.

(Foto: Teilnehmende des Karrieretreffs "Medizintechnik", im Vordergrund: Referent Dr. Ströbel)






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